Musenküsse: Klavierabend

Sergio Posada Gomez ist gebürtig in Medellin, Kolumbien. Er studierte Klavier und Musiktheorie bei Zulma Alvarez am „Instituto de Bellas Artes“ seiner Heimatstadt. 1982 zog er nach Wien, wo er Cembalostudien bei Professor Marina Mauriello und Klavier bei Professor Alejandro Geberovich abschloss.

Er trat als Solist mit den kolumbianischen Orchestern Sinfónica Nacional de Colombia, „Filarmónica de Bogotá, Filarmónica de Medellin undSinfónicadel Valel auf, weiters mit dem Orchester der Musikfreunde der Stadt Baden, dem Wiener Mozart Orchesterdem Mailänder Orchester ICimento Barroco,sowie den Orchestern Vraza Philarmonie (Bulgarien), Plovdiv Philarmonic (Bulgarien), Filarmonia de Staat Arad (Rumänien), OSUANL Symphony Orchestra (Monterrey, Mexiko), León Symphony Orchestra (Spanien) und dem Moravia Philharmonic Orchestra (Tschechische Republik).

Sergio Posada Gomez gewann den ersten Internationalen Wettbewerb für Cembalo in Lilienfeld (Österreich) und erhielt in Begleitung des kolumbianischen Flötisten Gabriel Ahumada den Zweiten Preis beim siebten Internationalen Wettbewerb „Friedrich Kuhlau“ für Flöte-Klavier-Duo in der Stadt Uehlsen, Deutschland.

Posada hat sich auch als begleitender Pianist hervorgetan, unter anderem bei den Sommermeisterkursen in Wien, dem Internationalen Fritz Kreisler Violinwettbewerb und dem Kammermusikfestival Allegro Vivo in Horn.

Zusammen mit dem Orquesta Sinfónica Nacional de Colombia spielte er einen Konzert-Zyklus für Klavier und Orchester mit Werken von Ludwig vanBeethoven.

Für Sony Classical spielte er gemeinsam mit der koreanischen Geigerin Bonjiu Koo Werke von Dimitri Schostakowitsch ein.

Sergio Posada ist als Korrepetitor und Professor für Korrepetition und Begleitpraxis an der „Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien tätig und wirkt als Gastprofessor der Iberacademy-Academia Filarmónica Iberoamericana in Medellin, Kolumbien.

Musik- und Gesangverein St. Andrä-Wördern

 3. Konzert im 18. Zyklus „Musenküsse“ 2025/26

Klavierabend

Sergio Posada Gomez

 Samstag, 9. Mai 2026, 19,00 h

  im Musikschulsaal St. Andrä-Wördern

 Greifensteiner Straße 22

 Eintritt: freie Spenden

 Programm:

         Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Concerto nach italienischen Gusto

(„Italienisches Konzert“), BWV 971 (1784)

1. Satz: Allegro

2. Satz: Andante

3. Satz: Presto

Franz Liszt (1811-1886) 

     MephistoWalzer Nr. 1 (1856-61)

Frédéric Chopin (1810-1849)

Ballade Nr. 1 g-Moll, Op. 23 (1831)

Alberto Ginastera (1916-1983)

Danzas Argentinas (Argentinische Tänze)op. 2 (1937)

1. Danza del Viejo Boyero

2. Danza de la Moza Donosa

3. Danza del Gaucho Matrero

Die allgemein als „Italienisches Konzert“ bekannte Komposition Johann Sebastian Bachs erschien im Jahr 1735, zwei Jahrzehnte nach Bachs erster Befassung mit dem italienischen Barock. Das Werk wurde als zweiter Teil der vierteiligen „Clavierübung“ veröffentlicht, die er mit dem Ziel verfasst hatte, ein breiteres Publikum zu „unterrichten“ und ihm mit Musik im leichter verständlichen italienischen Stil unkomplizierte Unterhaltung zu bieten. Im Italienischen Konzert wird das Wechselspiel zwischen Orchester und Soloinstrument auf das Letztere reduziert, indem das Orchester durch volleren Satz und stärkere Dynamik mitSolopassagen kontrastiert, die sich durch zartere und kunstvollere Kantilenen auszeichnen. Manuskripte und Notizen, die auf Kopien aus Bachs Zeit gefunden wurden, lassen dabei vermuten, dass Bach das Konzert als Transkription eines heute verlorenen Solokonzerts (mit Orchester) geschrieben hat.

Franz Liszts Mephisto-Walzer sind vier virtuose Stücke für Klavier solo. Besondere Berühmtheit erlangte der erste, der regelmäßig im Konzert gespielt und gemeinhin mit „Mephisto-Walzer“ gemeint wird. Er entstand in den Jahren 1856–1861 und ist Liszts Lieblingsklavierschüler Carl Tausig gewidmet. in seinem Orchesterwerk Zwei Episoden aus Lenaus Faust verwendet Liszt den Walzer als „Der Tanz in der Dorfschenke“: Faust und Mephisto betreten eine Dorfschenke, wo gerade eine Hochzeitsfeier stattfindet. Mephisto nimmt sich die Geige eines Bauern, stimmt sie (durch Quinten am Anfang dargestellt) und spielt alsdann einen wilden Tanz. Nach einmaliger Wiederholung folgt ein langsamer Zwischenteil mit einem neuen Thema: Faust versucht, eine Frau zu verführen, verzieht sich mit ihr in den Wald und verbringt mit ihr dort eine leidenschaftliche Nacht.

Frédéric Chopins Ballade g-Moll (1831) ist von der Geschichte des Hochmeisters des Deutschordens Conrad Wallenrode aus einem 1828 entstandenen Versepos von Adam Mickiewicz inspiriert. Die im 15. Jh. als Tanzlied entstandene Kunstform der Ballade hat sich im 19. Jh., zu einem Instrumentalwerk ohne Worte entwickelt, das nicht Fakten darstellen, wohl aber auf solchen beruhende Emotionen erwecken sollte. Konkret handelt es sich um bewaffnete Konflikte des Deutschordensstaates mit Litauen und Polen im 14. Jh., die im 19. Jh., dabei allerdings die historischen Fakten entstellend, literarisch behandelt wurden.

Alberto Ginastero wurde in Buenos Aires als Kind eines spanischen Vaters und einer italienischen Mutter geboren. Er wanderte 1970 nach Europa (Schweiz)   aus, wo er die Zeit bis zu seinem Lebensende verbrachte. Die Danzas Argentinas sind das erste veröffentlichte Werk Ginasteras, das er mit 21 Jahren noch als Student am Nationalkonservatorium komponierte und die als sein populärstes Werk gelten können. Die 3 drei Klavierstücke verbinden gekonnt moderne Harmonien mit Einflüssen der argentinischen Volksmusik.                                                     H.H.